Dienstag, 15. September um 19.00
Kirchgemeindehaus Aussersihl – Saal Clara Ragaz, Stauffacherstrasse 8004 Zürich
Mit Andreas Zumach, Journalist und Publizist, Experte für internationale Beziehungen und Konflikte und Severin Meier, Fachreferent der SP-Bundeshausfraktion (Aussen- und Sicherheitspolitik)
Moderation: Irene Willi und Heinz Looser, SP Bildung
Ab etwa 1750, seit Beginn der industriellen Revolution, bestimmen die Staaten Europas und Nordamerikas weitgehend die Geschicke dieser Welt: zuerst etwa das British Empire und die französische Grande Nation, im 20. Jahrhundert dann die USA. Doch die Machtverhältnisse sind in Bewegung, Asien spielt eine immer grössere Rolle, vor allem ökonomisch. Bereits heute hat China die zweitgrösste Volkswirtschaft. Mit dem rasanten Aufstieg des „Reichs der Mitte“ zur global führenden Wirtschaftsnation findet die Rückkehr einer Weltmacht statt. Denn China hatte während über 1500 Jahren die Rolle als führende Handels- und Innovationsmacht inne, so stammen Porzellan, Seidenstoffe, Kompass, Papier oder die Druckkunst aus dem alten China. Heute verlieren westliche Industrieunternehmen immer mehr Marktanteile an ihre chinesischen Konkurrenten (Stichworte E-Mobilität oder zunehmend auch KI).
Parallel zum Aufstieg Chinas vollzieht sich der relative Machtabstieg der USA. Denn sind die Invasion der USA in Venezuela anfangs Jahr oder der Krieg gegen den Iran nicht auch als Verteidigung der US-Dominanz gegenüber dem Einfluss Chinas in bestimmten Weltgegenden zu verstehen? Doch muß diese Entwicklung zwangläufig zu einem Krieg zwischen den beiden Mächten führen, den uns manche westliche Strategen schon für das nächste Jahrzehnt ankündigen? Oder auch „nur“ zu einer militärischen Invasion Taiwans? Oder kann gemeinsam mit China – trotz aller Gegensätze, und obwohl das Land auf absehbare Zeit keine Demokratie sein wird – im Rahmen der UNO und einer multipolaren Weltordnung die Bewältigung der Klimaerwärmung und anderer globaler Herausforderungen gelingen?
