Vergangene Veranstaltungen
15.04.26: Welche militärische Bedrohung durch Russland?
Mittwoch, 15. April 2026, 19:30
Mit Priska Seiler-Graf, SP Nationalrätin, Peter Hug, Historiker, Stephan Kühne, Ökonom und Psychiater.
SP Kanton Zürich, Grosser Saal, Gartenhofstrasse 15, 8004 Zürich
Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Bedrohung durch Russland auf Platz 1 der öffentlichen Themen befördert. Wie plausibel sind jedoch die Bilder der russischen Bedrohung? Welche Annahmen haben eine hohe Wahrscheinlichkeit? Und welche Abhilfe macht hier Sinn – in Europa und in der Schweiz? In unserer Veranstaltung unterziehen wir die verschiedenen Vorstellungen und Szenarien der militärischen Bedrohung einer kritischen Überprüfung.
MEHR INFORMATIONEN – ANMELDUNG
Eintritt frei – Kollekte
31.03.2026: Völkerrecht am Ende?
Dienstag, 31 März, 19.30 Uhr
Neu: reformierte Krichgemeinde Aussersihl, Stauffacherstr. 8, Saal Dorothée Sölle
Mit Andreas Zumach, deutscher Journalist und Publizist
Moderation: Irene Willi und Bea Baltensperger, Stiftung SP Bildung
80 Jahre nach dem tiefen Zivilisationsbruch durch Holocaust und 2. Weltkrieg steht das Völkerrecht, das 1945 mit der UNO-Charta eingeführt wurde, vor dem Abgrund. Mit Rußland und den USA mißachten zwei ständige Mitglieder des Sicherheitsrates das zwischenstaatliche Gewaltverbot, das zu schützen eigentlich ihre Aufgabe wäre. Ganz offen reklamieren die Regimes in Moskau und Washington das „Recht des Stärkeren“ für sich und treiben die Aufteilung der Welt in von ihnen beherrschte Einflußzonen voran. Zudem verstoßen immer mehr Staaten gegen die Menschenrechtsnormen, die 1948 völkerrechtlich verbindlich und mit universeller Gültigkeit vereinbart und bisher von 193 Ländern unterschrieben worden sind, auch von der Schweiz.
Die seit den 1970er Jahren entstandene und für die internationale Sicherheit so wichtige Architektur multilateraler Rüstungskontroll- und Abrüstungsabkommen ist weitgehend zerstört. Die UNO wird durch das völkerrechtswidrige Verhalten ihrer Mitgliedsstaaten nicht nur politisch geschwächt, sondern erlebt auch die größte Finanzkrise ihrer Geschichte. Ihre humanitären Organisationen sind so immer weniger in der Lage, die Überlebenshilfe für hunderte Millionen Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Hunger, Krieg und Vertreibung wurden, zu leisten.
Was können wir tun? Wo gibt es Möglichkeiten, das Völkerrecht und die UNO zu stärken? Wie soll sich die Schweiz als kleines, neutrales Land in dieser schwierigen Situation verhalten? Und welche Chancen bieten sich ihr aktuell mit dem Vorsitz der OSZE?
Andreas Zumach, deutscher Journalist und Publizist, gilt als Experte für Sicherheits- und Friedenspolitik, UNO, OSZE, Rüstungskontrolle und Menschenrechte.
16.03.2026: Demokratie denken mit Peter Bichsel
Montag, 16 März, 19.30 Uhr
Grosser Saal SP Kanton Zürich, Gartenhofstrasse 15, Zürich
Mit Andreas Mauz, Literaturwissenschaftler und evangelischer Theologe
Moderation: Christine Tresch, Stiftung SP Bildung
«Überall, wo es keine Demokratie gibt, ist sie zu erhoffen und erstrebenswert. Das gilt auch für die Schweiz.» (Peter Bichsel, Notizen zur Misere, 1988)
Die Demokratie ist ein anspruchsvolles und damit krisenanfälliges Projekt. Das zeigt sich in der Gegenwart nicht weniger als in der Geschichte, global nicht weniger als in der Schweiz. Peter Bichsel (1935–2025) hat die demokratische Ordnung in seinem Werk aufmerksam reflektiert und auch als scheiternde vehement verteidigt. Als Berater von Bundesrat Willi Ritschard hatte er einen direkten Einblick in den Betrieb der direkten Demokratie der Schweiz.
Der Abend widmet sich Bichsels Nachdenken über die politische Ordnung – sei es dem Prozess der Meinungsbildung, dem Abstimmen und Wählen, der Rolle der Verfassung, dem Verhältnis der Schweiz zu Europa oder der Parteipolitik. Bichsels Voten sollen aber auch auf die Gegenwart bezogen werden: Wo trifft er noch heute einen Punkt?
Die Fülle von Bichsels Überlegungen zur Demokratie lässt sich am besten anhand seiner zahlreichen Kolumnen (Kolumnen, Kolumnen, 2005), den Aufsatzsammlungen Die Totaldemokraten (1998) und Des Schweizers Schweiz (1997) nachvollziehen. Mit den Notizen zur Misere (1988) – einer Folge von 22 streitlustigen Thesen – hat Bichsel aber auch verdichtet sein Grundverständnis der Demokratie der Schweiz formuliert. Dieser und weitere einschlägige Texte stehen den Teilnehmenden zur Vorbereitung zur Verfügung.
17.02.2026: Die Schweiz und die Neutralität in der neuen multipolaren Welt
Dienstag, 17. Februar, 19.00 Uhr – 21.00 Uhr
Veranstaltungsraum im UNIA-Gebäude, Strassburgstrasse 11, Werdplatz, 8004 Zürich
Mit Prof. Dr. Pascal Lottaz, Spezialist für Neutralität, SP-Mitglied, Associate Professor an der Kyoto-Universität, und Dr. Dr. h.c. Barbara Haering, Präsidentin des Internationalen Genfer Zentrums für Humanitäre Entminung und Mitglied des Boards der International Commission on Missing Persons. Als SP-Nationalrätin war sie Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission und Vizepräsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE.
Moderation: Heinz Looser, SP Bildung
Die Welt ändert sich rasend schnell, Krieg und Erpressung werden zu einem erschreckend normalen Mittel der Politik. Gleichzeitig hat sich das Mächteverhältnis auf dem Globus grundlegend geändert. Nach der Bipolarität des Kalten Krieges und der unipolaren westlichen Vormachtstellung seit 1989, ist die internationale Staatengemeinschaft in den letzten Jahren in eine neue Phase der Weltpolitik eingetreten. Das relative und absolute Mächteverhältnis auf dem Globus hat sich verschoben — militärisch, technisch- wissenschaftlich, ökonomisch und ideologisch. China und Russland sind Grossmächte die ihr Handeln nicht mehr nach dem Gutdünken Europas und Amerikas richten. Indien, Brasilien, und andere regionale Schwergewichte entwickeln eine multidimensionale Aussenpolitik, unter anderem via Zusammenschluss des Globalen Südens in Vereinigungen wie den BRICS-Staaten oder der Shanghai Cooperation Organization (SCO). Die entstehende multipolare Ordnung schafft neue Herausforderungen. Sie bietet aber auch Chancen gerade für Länder wie die Schweiz, die sich weder dem einen noch den anderen Lagern verbindlich anschliessen wollen, sondern unabhängige Wege zu gehen versuchen. In diesem Rahmen stellt sich auch die Frage der Neutralität der Schweiz neu ─ auch für die SP.
09.12.2025: Massnahmen gegen die Wohnungskrise
Mit Fiona Kauer, Sozialanthropologin, Martin Tschirren, Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen, und Andreas Wirz, Präsident Wohnbaugenossenschaften Zürich
Moderation: Helen Bisang, SP Bildung
SP Kanton Zürich, Grosser Saal, Gartenhofstrasse 15, 8004 Zürich
Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Insbesondere in Städten ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt angespannt. Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch, die steigenden Angebotsmieten lasten schwer auf der Mehrheit der Stadtbewohner und -bewohnerinnen. Finanzschwache, aber vermehrt auch Mittelstands-Haushalte haben es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Dies führt zur Verdrängung aus der Stadt und zu längeren Pendlerstrecken. Der Aktionsplan Wohnungsknappheit des Bundes – entwickelt unter der Federführung des Direktors des BWO, Martin Tschirren – umfasst 35 Massnahmen. Diese sollen die qualitätsvolle Innentwicklung erleichtern und genügend preisgünstigen sowie bedarfsgerechten Wohnraum sicherstellen.
Ein Forscher:innen-Team der ETH namens ‘Raumentwicklung und Stadtpolitik «SPUR»’ hat eine Studie zu Bautätigkeit und Verdrängung verfasst. Die Hauptautorin, Fiona Kauer, hat öffentliche Daten zu Wohnungs- und Personenstand aus dem Kanton Zürich analysiert. Sie zieht daraus klare Schlüsse: Es sei sozial nicht nachhaltig, bei der Verdichtung lediglich Ersatzneubauten zu forcieren. Im Vergleich zu Zürich würden beispielsweise in Genf und Lausanne mehr Wohnungen und Aufstockungen realisiert und gemeinnütziger Wohnraum stärker gefördert. Die nachteiligen Effekte beim profitorientierten Wohnungsbau seien gross. Vor allem ärmere Menschen, wie z.B. alleinerziehende Eltern, würden stärker aus den Kernstädten verdrängt, als angenommen. .
Was kann aus der gegenwärtigen Forschung zur Wirkung der Massnahmen gegen die Wohnungsknappheit gefolgert werden? Greifen die Massnahmen des Aktionsplans des Bundes wirklich? Welche offenen Fragen müssen durch weitere Forschungsprojekte vertieft werden? Und was lernen wir aus den Massnahmen anderer Länder gegen die Wohnungsnot? Martin Tschirren wird auch auf den European Affordable Housing Plan der EU-Kommission eingehen. Welche Ziele zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum seitens Verbands der Wohnbaugenossenschaften Zürich angestrebt werden, beleuchtet Andreas Wirz zusammen mit den Referierenden auf dem Podium. Der Abend macht deutlich, in welche Richtung die Abhilfe gegen die Wohnungsnot gehen soll…und wo bloss Scheingefechte gekämpft werden.
Eintritt frei – Kollekte
24.11.2025: AUSGEBUCHT (Siedler-)Kolonialismus im Westjordanland
Mit Moritz Haegi, Konfliktforscher und Rapper
Moderation: Heinz Looser, Stiftung SP Bildung
SP Zürich, Gartenhofstrasse 15, 8004 Zürich
Moritz Haegi forscht seit mehreren Jahren zum israelischen Siedlerkolonialismus in Palästina. Im Rahmen seines Doktorats in Nahoststudien an der Universität Basel verbrachte er 2024 ein Jahr im besetzten Westjordanland, um zu untersuchen, wie sich die israelische Besatzung auf die Lebensrealitäten der palästinensischen Bevölkerung auswirkt. Zu diesem Zweck lebte und forschte er jeweils mehrere Monate in verschiedenen palästinensischen Gemeinschaften: in Masafer Yatta, im Ayda-Flüchtlingslager in Bethlehem und in Al-Eizariya (Bethanien).
Haegi untersuchte verschiedene (siedler-)koloniale Methoden, die Israel im Westjordanland anwendet. In städtischen Gebieten wie Al-Eizariya und Bethlehem gibt es praktisch keine israelischen Siedlungen, weshalb es zu weniger direkter Siedlergewalt kommt. Die Menschen können sich dort allerdings nur eingeschränkt bewegen, was gemäss Haegi dem „klassischen Kolonialismus“ entspricht: Die Hierarchie zwischen den Kolonisierten und den Kolonisierenden wird so lange wie möglich beibehalten. In ländlichen Gebieten wie Masafer Yatta kommt es zu deutlich mehr Siedlergewalt, und ganze Dorfgemeinschaften werden vertrieben. Hier spricht Haegi von „siedlerkolonialen“ Methoden, wo es darum geht, die einheimische Bevölkerung zu vertreiben, damit die Siedler*innen dort ungestört leben können.
Im Rahmen seines Inputs bei SP-Bildung wird Haegi zudem über den Sinn des siedlerkolonialen Framings in Bezug auf Palästina-Israel sowie über dessen Verhältnis zu weiteren geschichtlichen Narrativen sprechen. Dabei soll den Teilnehmenden ein mehrperspektivisches Verständnis auf Palästina-Israel vermittelt werden, das sowohl die (siedler-)kolonialen Dynamiken als auch die europäische Geschichte von Antisemitismus und Nationalismus einbezieht. So soll der Input auch dazu beitragen, dass die SP ihre Positionen zu Palästina-Israel differenzierter, historisch fundierter und solidarisch mit allen betroffenen Menschen weiterentwickeln kann.
Preis:
Eintritt frei, Kollekte
06.11.2025: Menschenrechte im Kontext ökonomischer und kultureller Ungleichheiten
SP Kanton Zürich, Grosser Saal, Gartenhofstrasse 15, 8004 Zürich
Die globalisierte Welt hat dem Westen Dominanz und Überfluss ermöglicht, anderen Weltregionen Landraub, Unterdrückung, Ausbeutung, Elend gebracht. Verena Toblers Ansatz zum Verständnis der Rolle der Menschenrechte in dieser Situation beruht auf der Unterscheidung in monetär und vormo-netär organisierte Gesellschaften, in denen teils unterschiedliche Ordnungsvorstellungen, Werte, Pflichten und Rechte für den sozialen Zusammenhalt herrschen: Sie sind für das Überleben fundamental, zeigen sich aber in den Kapitalzentren anders als am Rande der Weltwirtschaft, wo die Menschen unter ökonomisch prekären Verhältnissen überleben.Ignoriert man diese Differenzen, führt das zu einer naiven oder sogar zu einer missbräuchlichen Verwendung der Menschenrechte: der Westen nutzt sie, um seine militärischen Interventionen zu legitimieren, Interventionen, die aber nicht selten scheitern. Der angebliche Kampf für Menschenrechte wird zum Vorwand für Kriege um Schlüsselressourcen, Märkte und Investitionsmöglichkeiten.
Unsere Frage: Wie kann der von den westlichen Siegermächten 1948 aufgestellte Menschenrechtskatalog auf eine global akzeptierte Grundlage gestellt werden, ohne dass die Verteilungsfrage aus dem Fokus gerät?Welche Rolle kann die Sozialdemokratie in diesem Prozess spielen?
Mit Verena Tobler Linder: Als Soziologin und Ethnologin arbeitete sie entweder an den weltwirtschaftlichen Rändern oder mit Immigrant:innen, die von dort in die Schweiz eingereist sind. Schliesslich liess sie Universitäten und Fachhochschulen hinter sich und bearbeitete als Freischaffende die vielfältigen Herausforderungen und Konflikte, die aus unterschiedlichen Werthaltungen entstehen.
28.10.2025: Die SP Schweiz im Spannungsfeld zwischen Mitgliederpartei und Kampagnenorganisation
SP Kanton Zürich, Grosser Saal, Gartenhofstrasse 15, 8004 Zürich
- US-Parteien als Vorbild? Spenden, permanentes und professionelles Campaigning – aber was bedeutet das für eine linke Programmatik? Sollen wir auf Sponsoren setzen oder auf die Kraft unserer Mitglieder?
- Effizienz vs. Demokratie: Brauchen wir mehr straffe Strukturen für schnelle Entscheidungen – oder verlieren wir dabei die Basis und die vielen Aktiven in den Gremien und Organen?
- Medienwirksamkeit vs. Mitbestimmung: Klare und wenige Ansprechpersonen helfen der PR – aber schließen wir damit sehr viele engagierte und kompetente Leute aus?
- Warum engagieren sich Menschen? Wir brauchen nicht nur Funktionär*innen – und solche, die es werden wollen, wir brauchen vor allem gute Gründe für ein ehrenamtliches Engagement von vielen Mitgliedern.
- Parteikultur als Heimat: Wie leben wir Solidarität, Respekt und Emanzipation schon heute – und stärken so unsere politische Glaubwürdigkeit?
- Mitgliederwissen nutzen: Können wir basisdemokratische Diskurse und das Know How der fast 35‘000 Mitglieder und der Zehntausenden von Sympathisant*innen als „Think Tank“ der Partei etablieren? Gemeinsam erarbeiten wir an diesem Abend, wie unsere Partei im Spannungsfeld zwischen Wahlverein, schlagkräftiger Kampagnenorganisation und partizipativer Teilhabe bestehen kann – ohne ihre Werte zu opfern.
30.09.2025: Bildungsreise nach Warschau: Geschichte, Kultur und Moderne erleben (ausgebucht)
Dienstag, 30. September 2025 10:00 – Sonntag, 5. Oktober 2025 19:00
Entdecken wir gemeinsam eine Stadt, die wie keine andere für Wiedergeburt und Vitalität steht. Warschau, 1945 zu 93 % zerstört, erlebte eine beeindruckende Wiederauferstehung: Die Altstadt wurde bis 1952 größtenteils in freiwilliger Arbeit wieder aufgebaut. Wahrscheinlich keine andere Stadt der Welt hat eine vergleichbare Auferstehung aus Trümmern erlebt. Diese Vitalität ist bis heute spürbar – wirtschaftlich, kulturell und in den Details der Stadtgestaltung.
Warschau präsentiert sich heute als pulsierende Metropole, in der Vergangenheit und Gegenwart beeindruckend miteinander verschmelzen. Auf dieser Bildungsreise begegnen wir dieser Geschichte der Stadt –den Aufständen im Warschauer Ghetto 1943, dem Aufstand gegen die Nazis 1944, der stalinistischen Ära bis hin zur Solidarność-Bewegung der 1980er-Jahre und den Anfängen der kapitalistischen Wirtschaftsformen.
Auf dem Programm stehen: Stadtspaziergänge entlang dem historischen Erbe und inmitten der beeindruckenden Architektur des modernen Warschaus; Museumsbesuche zur Widerstandsgeschichte und zur sozialistischen Ära, Diskussionen mit Expert:innen über die Herausforderungen der heutigen Politik mit ihrer neoliberalen Wirtschaft, ein Besuch in der Warschauer Oper.
Neben dem organisierten Reiseprogramm bleibt genügend Zeit, die polnische Hauptstadt individuell zu erkunden.
Reiseprogramm
- Dienstag, 30. September 2025: Flugreise nach Warschau; 5 Übernachtungen mit Frühstück.
- Sonntag, 5. Oktober 2025: Rückreise nach Zürich.
Individuelle Anreisen sind möglich. Das Programm kann noch Änderungen erfahren. Die definitive Anmeldung erfolgt erst mit der Rücksendung des detaillierten Reiseformulars, das wir dir zuschicken.
Preise (vorbehaltlich Änderungen):
Die Reise ist ausgebucht, wir können leider keine Anmeldungen mehr entgegen nehmen.
- Einzelzimmer: CHF 1’700.–
- Doppelzimmer: CHF 1’400.– pro Person
Inbegriffen sind: Reise, 5 Übernachtungen mit Frühstück, öffentlicher Verkehr, Eintritte und Reiseleitung.
Die angegebenen Preise sind Richtpreise.
- Reiseleitung: Heinz Looser, Historiker, Stiftung SP Bildung.
Spezialführungen und Diskussionen mit verschiedene Politiker:innen und Fachpersonen aus Warschau.
29.09.2025: Geopolitische Machtverschiebungen und Künstliche Intelligenz
SP Kanton Zürich, Grosser Saal, Gartenhofstrasse 15, 8004 Zürich
Montag, 29. September 2025
Mit Andreas Zumach, deutscher Journalist und Publizist; Experte für internationale Beziehungen und Konflikte, und Leo Keller, Internet-Pionier, Unternehmer, SP-Parteirat
Moderation: Irene Willi, Stiftung SP Bildung, Historikerin, und Heinz Looser, Stiftung SP Bildung, Historiker
02.07.2025: Aktivistische Bewegungen und die Sozialdemokratie
Moderation: Min Li Marti, Nationalrätin, Verlegerin P.S.
Mittwoch, 2. Juli 2025 19:15 – 21:30, SP Kanton Zürich, Grosser Saal, Gartenhofstrasse 15, Zürich
Die Sozialdemokratie als politische Partei hat sich aus der Arbeiter:innenbewegung entwickelt und war immer eng mit diversen sozialen Bewegungen verbunden, die mit sozialdemokratischen Grundwerten – d. h. in erster Linie mit Gerechtigkeits- und Gleichheitsvorstellungen – vereinbar waren.
Die Partei hat sich durch diese Bewegungen weiterentwickelt, deren zum Teil radikale Anliegen meist unterstützt und hat dazu beigetragen, dass sie in das realpolitische System reformiert und transformiert werden konnten. Die Realpolitik innerhalb des politischen Systems führt aber auch zu einer gewissen Distanz zu stark fokussierten Bewegungen. In der Veranstaltung setzen wir uns mit diesem Spannungsfeld auseinander. Was ist zu beachten, damit eine fruchtbare, von gegenseitigem Respekt getragene Auseinandersetzung stattfinden kann? Darum beschäftigen wir uns, ausgehend von historischen und grundsätzlichen Überlegungen, auch mit aktuellen kontroversen Beispielen.
Eintritt frei (Kollekte)
04.06.2025: Rückverteilung von gesellschaftlich erarbeitetem Vermögen
Sabin Bieri (Centre for Development and Environment (CDE) der Uni Bern)
Oliver Hümbelin (Berner Fachhochschule Soziale Arbeit, Abteilung Soziale Systeme)
Moderation: Heinz Looser, Stiftung SP Bildung
MITTWOCH, 4. JUNI 19.00-21.15 , Grosser Saal SP Kanton Zürich, Gartenhofstrasse 15, Zürich.
Ausgehend von der durch Thomas Piketty untersuchten Annahme, dass Ungleichheit politisch steuerbar ist beleuchtet Sabin Bieri eine Auswahl von Ansätzen zur Intervention, namentlich politische Massnahmen der Prä- und Umverteilung. Verschiedene, von Ökonominnen und Philosophen diskutierte Vorschläge stehen im Raum, darunter Bildungsoffensiven, Erbe für alle, Erbschaftssteuer, Finanztransaktions- oder Energiesteuern. Diese Diskussion findet vor dem Hintergrund der im liberalen Denken verhafteten Idee der Leistungsgesellschaft statt.
Die jetzige Ungleichheit ist historisch entstanden, deshalb werfen wir in einem zweiten Teil einen kurzen Blick in die Geschichte des Reichtums in der Schweiz. Das Söldnerwesen, die kolonialen Verflechtungen der Schweiz wie auch die patriarchalen und diskriminierenden Strukturen beeinflussten unter anderem die Verteilung von Reichtum – vom traditionell ungleichen Besitz an Boden ganz abgesehen.
Im abschliessenden dritten Teil widmet sich Oliver Hümbelin der Rolle von Steuern als zentralem Instrument der Rückverteilung in modernen Wohlfahrtsstaaten. Anhand empirischer Erkenntnisse wird die Schweizer Situation eingeordnet und aufgezeigt, wie direkte Steuern zur Verringerung von Ungleichheit beitragen können. Dabei wird ein Blick auf internationale Policy-Empfehlungen geworfen sowie auf aktuelle politische Reformbemühungen, die eine gerechtere Verteilung von Ressourcen zum Ziel haben.
Eintritt frei (Kollekte)
06.05.2025: Rechtsextremismus. Von Wo kommt er, oder war er gar nie weg?
mit einem Vortrag von Hans Stutz, dem bekannten Experten für Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz. Der anschliessenden Diskussion soll genügend Platz eingeräumt werden.
Moderation: Remo Perret, Stiftung SP Bildung.
Dienstag, 6. Mai 2025, 19.30 – 21.30, im Grossen Saal der SP Zürich, Gartenhofstrasse 15, Zürich.
Im Mai 1945, am Ende des 2. Weltkrieges, glaubte man den Faschismus, dieses «absolut Böse» besiegt zu haben, die Achse war zerstört. Doch das «Böse» war mitnichten verschwunden. Ein Teil der Eliten in der Schweiz blieb eng verbandelt mit rechtsextremem Gedankengut, dieses behauptete sich auch im Antikommunismus der Nachkriegszeit und viele ehemalige Frontisten fanden wieder Zugang zur Gesellschaft.
Heute sehen wir, dass der Rechtsextremismus nie wirklich weg war, dass er im Gegenteil heute weltweit auf dem Vormarsch ist. Auch in der Schweiz. Bei uns ist eine sich mehr und mehr rechtsextrem profilierende Partei in der Regierung. Die Auswirkungen sind vielfach, und man kann eine klare Verschiebung des öffentlichen Diskurs nach rechts beobachten.
Wie kann die SP dagegenhalten, wie engagiert sich die SP gegen diese rechtsextremistische Entwicklung?Vieles davon hängt mit sozio-ökonomischen Strukturen zusammen und mit den wirtschaftlichen Verschlechterungen durch den Neoliberalismus. Wenn es den Menschen schlechter geht, verfängt rechtsextremes Gedankengut leichter.
Am 06. Mai führt uns Hans Stutz, durch die Veranstaltung. Er befasst sich seit Jahrzehnten mit Rechtsextremismus und Rassismus, und er vertrat während Jahren die Grünen im Kantonsrat in Luzern (https://hans-stutz.ch). Der Abend ist aufgeteilt in ein Referat zur Geschichte des Rechtsextremismus in der Schweiz bis heute. Im zweiten Teil diskutieren wir mögliche Handlungsfelder für die SP.
Eintritt frei (Kollekte)
17.04.2025: Die ungleiche Verteilung von Vermögen… und wie diese zementiert wird
Ueli Mäder, Enea Baselgia
Moderation: Heinz Looser, Stiftung SP Bildung
Donnerstag, 17. April 2025, 19.00 – 21.30 Uhr, Grosser Saal SP Kanton Zürich,
Gartenhofstrasse 15, Zürich.
Die Superreichen in der Schweiz sind in den letzten Jahren noch reicher geworden – und die Folgen dieser Bereicherung lasten schwer auf uns: wir spüren sie bei den hohen Mieten und Preisen, den tiefen Löhnen, dem Rückstand bei der Erfüllung von staatlichen Aufgaben, der wachsenden globalen Ungleichheit und deren Auswirkungen. Die ungleiche Verteilung des gesellschaftlich erarbeiten Vermögens wurde lange verdrängt, nun hat sie an politischer Aktualität gewonnen. Der Mythos der „gleichen Chancen“ ist verblasst. Allzu deutlich ist inzwischen, dass die Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs gering sind: Wer nicht im grossen Stil erbt, hat wenig Aussichten auf Reichtum. Das Bonmot bewahrheitet sich:“ Wer arbeiten muss, hat keine Zeit, um richtig Geld zu verdienen“. Der gesellschaftliche Reichtum wird ganz oben angehäuft, die überwiegende Mehrheit ist von den Profit-Mechanismen ausgeschlossen.
In unserer Veranstaltung suchen wir nach den Hintergründen: Wie sieht diese Ungleichheit der Vermögen in der Schweiz aktuell aus? Wer gelangt nach oben und kann sich dort halten? Und mit welchen Mechanismen wird diese ungleiche Verteilung durchgesetzt und verteidigt gegenüber einer Mehrheit, die dies hinnimmt – obwohl sie über kein nennenswertes Vermögen verfügt, das „andere für sich arbeiten lässt“?
Enea Baselgia skizziert den aktuellen Stand der Vermögen in der Schweiz. Ueli Mäder setzt sich mit Macht, Herrschaft und Wissen auseinander: Wer gelangt nach oben? Wer kann sich dort halten? Geschieht dies stets auf Kosten von andern? Welche eigenen Ressourcen tragen dazu bei? Und inwiefern dominieren finanzkapitalistische Bedingungen, die soziale Unterschiede und Bildungseliten produzieren. Dabei stützt er sich auch auf seine Studie „Geld und Macht in der Schweiz“ von 2015.
Eintritt frei (Kollekte)
04.02.2025: Linke Perspektiven in einer unsicheren Welt. Ein Gespräch mit Robert Misik.
Moderation: Olga Baranova
Österreich ringt um eine Regierung, Deutschlands Regierung zerbricht an sich selbst, die französische Regierung steckt in einer Endlosschleife, die USA stellen mit ihrer neuen Regierung Europa und die Welt vor eine Zerreissprobe, und die Schweizer Regierung… beobachtet wie üblich intensiv das Geschehen. 2024 war das „Superwahljahr“ – wird nun 2025 das Supergau-Jahr? Ist es in diesem Kontext überhaupt noch möglich, eine glaubwürdige gesellschaftliche und politische Alternative aufzuzeigen, oder bleibt den linken Kräften nur die Verteidigung des Status Quo?
Diese Fragen wollen wir mit dem Journalisten und politischen Schriftsteller Robert Misik diskutieren. Seit Jahrzehnten beleuchtet der Wiener kritisch-konstruktiv und gleichzeitig humorvoll die Entwicklungen der europäischen Linken und analysiert die politischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit.
Gemeinsam werfen wir einen analytischen Blick auf die Folgen des Superwahljahres 2024/2025, diskutieren deren Auswirkungen auf globale Herausforderungen und skizzieren Perspektiven für eine zukunftsfähige linke Politik.
Eintritt frei (Kollekte)
22.01.2025: Orson-Welles-Film «Der Prozess» von 1962.
Eine Nachfolgeveranstaltung zu «Kafka reloaded»
Mittwoch, 22. Januar 2025, 1915 – 22.00 Uhr, Grosser Saal SP Kanton Zürich,
Gartenhofstrasse 15, Zürich.
Orson Welles verfilmte 1962 Kafkas Romanfragment auf sowohl kongeniale als auch eigenwillige Weise. Neben «Psycho»-Darsteller Anthony Perkins, der sich als Josef K. gegenüber undurchschaubaren Mächten zu behaupten versucht, treten unter anderem auch Jeanne Moreau, Romy Schneider und Orson Welles selbst auf. Die unheimlich traumartig-parabelhafte Darstellung der Entfremdung in einer labyrinthischen Welt scheint uns bis heute gesellschaftspolitisch hoch relevant zu sein.
Auch wer nicht an der ersten Kafka-Veranstaltung teilgenommen hat, ist herzlich eingeladen.
